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Die Gestaltungstechnik FlyingArt entwickelte ich im Winter 2002. Seitdem setzte ich sie viel bei meinen Arbeiten ein.

 

 

Bei der Betrachtung jeglichen „normalen“ Bildes, reduziert sich der Eindruck des Betrachters völlig auf die vordergründig erlebbaren visuellen und emotionalen Informationen, die die jeweilige Kreation in sich verbirgt.

Diese Verkörperung, die in den meisten Fällen nur zweidimensional ist, wird willkürlich durch den Charakter und die Ausmaße der Materie begrenzt. Unter diesen Bedingungen versucht der Künstler sein Werk mit einem emotionalen Inhalt zu füllen, und der Betrachter wiederum versucht dies so gut wie möglich mit Hilfe seiner Sinne und Gefühle zu erfassen.

Mit der FlyingArt Technik wollte ich daher eine andere Form der visuellen Gestaltung schaffen. Eine Kunstform eben, bei der die Betrachtungsweise nicht nur durch die Farbgestaltung und die Pinselführung der Künstlershand bereichert werden, sondern auch durch die Elemente des Volumens und der Tiefendimension der Kreation.

Die Hauptzielsetzung war es, zu den bereits bekannten emotionalen Qualitäten des Werkes einen weiteren Mehrwert hinzu zu fügen.

Die Lösung dieser Herausforderung ergab sich durch drei hauptsächliche Mittel: Das erste - durch die Hervorhebung von Leerräumen und Aufklebungen, die in das Bild als ein untrennbarer Teil eingeflochten sind (1), das zweite - durch die maximale Ausnutzung der Transparenz des Rahmens nebst unauffälligen Verbindungen (2), und das dritte -  durch die Art und Weise wie das Bild an der Wand angebracht wird (3).

 

Am Ende der theoretischen Abwicklungsphase ergab sich die Notwendigkeit der Prototypeneinreichung beim der Europäischen Patentamt, um die Rechte der Idee und des Designs möglichst umfassend zu schützen. Dazu wurde entschieden, daß die Umsetzung der Idee mittels eines abstrakten Werkes durchgeführt würde, um das Begreifen des Prinzips nicht unnötig zu erschweren.

Die erste mit dem neuen Verfahren geschaffene 3D Kreation nannte ich Sefad.

Während der Betrachtung des Bilderrückens entdeckt man sechs geometrische Abschnitte, die an der Papierfläche in unterschiedlichen Größen und Formen angebracht sind. An dieser Stelle ist noch zu erwähnen, daß es sich hier um Industriepapier handelt, jedoch je nach Bedarf bei der jeweiligen Kreation kann hier fast jedes andere natürliche Material verwendet werden, wie z.B. Stoff, Holz oder Leder.

 

Bei einer näheren und genaueren Betrachtung treten dunkelbraune Flecken hervor, die die Grenzen der Abschnitte andeuten. Sie vermitteln die Entstehungstechnik der leeren Räume im Material. Es sind Feuerschnitte, die mit hochpräzisen elektrischen Einbrenngeräten eingeätzt sind. Dabei handelt es sich insbesondere um die feinen Einbrennspitzen, die eine konzentrierte Flamme von bis zu 1680°C erzeugen können.

Schon bei oberflächiger Betrachtung der vorderen Seite des Werkes, entdeckt man den vielschichtigen Charakter, der durch die Leerräume erzielt wird.

Der einzigartige Effekt wird durch die Tatsache ergänzt, daß alle von der Arbeitsfläche durch den Einbrennschnitt entfernten Teilchen, im hier abgebildeten Bild durch weiße Buchstaben markiert, in anderen Bereichen des Bildes erneut angeklebt sind, hier mit gelben Buchstaben versehen:

Die Bogenbrücke, welche aus dem unteren Bereich des Werkes weggenommen wurde, links vom weißen A, kommt wiederholt zum Bild an dessen oberen Teil unter den gelben Buchstaben  A .

Die geschnittene Öffnung, links des weißen Buchstabens B, wurde einige Zentimeter darüber wieder angeklebt und ist als gelbes  B  zu erkennen.

Das runde Fenster C erscheint wieder auf der oberen rechten Ecke, diesmal als Vertreter der Sonne  C ,

und schließlich die rechteckigen Steine über dem gelben  D , die sich aus genau denselben rechteckigen Zusätzen zusammensetzen, die über dem weißen D zu sehen sind.

 

Der Rahmen ist das zweite Hilfsmittel, von dem Gebrauch gemacht wurde um den schwebenden Eindruck zu vertiefen.

Die Bildrahmen besteht eigentlich aus zwei mattierten Acrylglasplatten, dem so genannten Plexiglas. Beide Platten sind mit Hilfe von einigen winzigen, transparenten Silikonschrauben miteinander verbunden. Auf diese Weise halten sie die eigentliche Bildfläche, in unserem Beispiel also das grobe Papier mit der rauen Oberfläche.

Plexiglas ist ein eingetragenes Warenzeichen des deutschen Herstellers Röhm und gehört zum Degussa Konzern.

Genau genommen ist das Label  der Oberbegriff für eine Vielzahl von Industrieprodukten, die aus Acrylglas hergestellt werden.

Unter über 50 Produkten, die heute  in den Betrieben der Firma in Offenbach hergestellt werden, entschied ich mich für Plexiglas der Serie Gallery. Hier handelt es sich um sehr leichte, unzerbrechliche Platten, die UV- beständig sind, jegliche direkte Lichteinstrahlung abblocken und Spiegelreflexionen nicht entstehen lassen.

Die Endbearbeitung der Idee erlaubt die herausstehende Aufhängung. Dies geschieht mit den besonders langen Verschraubungen - sowohl denjenigen die sich am Rahmen befinden, als auch denen an der Wand. Zusammen ergeben sie einen Abstand des an der Wand aufgehängten Bildes zwischen 10 und 20 cm und sind so ein weiteres wichtiges Detail bei der Verwirklichung der Erzielung des schwebenden Effektes.

Wie auf der Abbildung zu sehen, ist der Ausschnitt der Wand und des Bildes, sowie die Stelle der erforderlichen Anbringungen auf der Rückseite des Rahmens, akribisch ausgewählt. Hier war es auch sehr wichtig sich darauf zu konzentrieren, dass die Aufhängung den Augen des Betrachters vollständig verborgen bleibt.

 

So sehen die Schatten aus, die auf die bei Tageslicht auf die Wand fallen:

Sowohl die Hohlräume die in die Fläche der Kreation integriert sind, als auch die Transparenz des Rahmens, erlauben dem vollen Licht das Werk auszufüllen und es von all seinen Seiten zu umschließen.

Genauso genommen wird das Licht zu einem integralen Bestandteil der Arbeit, sowohl  im konkreten als auch im ganz abstrakten Sinne des Wortes. Es projiziert auf die weiße Wand die Schatten der Fenster des Bildes, die Schatten des Rahmens und der Schrauben.

Als Ergebnis dessen ergibt sich das Gefühl der Weite. Dies erzeugt die Illusion des Schwebens die der Technik ihren Namen gab.

 

 

 

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